Die Prognose für 2026 wird mehr als verdoppelt
RWI, Ifo, IfW, IWH und DIW erwarten für die deutsche Wirtschaft 2026 ein reales Wachstum von 1,3 Prozent. In ihrer vorherigen Gemeinschaftsdiagnose waren sie noch von 0,6 Prozent ausgegangen.
Auch die Prognose für 2027 steigt, wenn auch weniger stark, von 0,9 auf 1,1 Prozent. Ausschlaggebend ist vor allem eine robustere Entwicklung in der ersten Jahreshälfte als zuvor erwartet.
Der Aufschwung löst die strukturellen Probleme nicht
Für 2028 erwarten die Institute nur 0,4 Prozent Wachstum. Damit bleibt der mittelfristige Trend schwach. Deutschland leidet weiterhin unter geringer Produktivitätsdynamik, hohen Kosten in Teilen der Industrie und einem demografisch bedingten Rückgang des Arbeitskräfteangebots.
Die neue Prognose verbessert also den kurzfristigen Blick, verändert aber nicht die grundsätzliche Frage, wie schnell Investitionen, Digitalisierung und Infrastruktur modernisiert werden können.
Warum die Zahl für Unternehmen trotzdem wichtig ist
Ein stärkeres Wachstum verändert Absatzchancen, Investitionsbereitschaft und Beschäftigungsplanung. Besonders binnenorientierte Unternehmen profitieren, wenn Konsum und Investitionen wieder anziehen.
Für exportorientierte Industrieunternehmen bleiben dagegen zusätzliche Risiken bestehen. China wird zunehmend zum Wettbewerber auf Drittmärkten, während Energie- und Standortkosten in Deutschland im internationalen Vergleich hoch bleiben.

