Der Überblick/Energie

Reverion sammelt 175 Millionen Dollar für neue Energietechnik ein

Das Deeptech-Unternehmen aus Eresing will seine Produktion verzehnfachen und in Deutschland eine neue Fabrik mit 250 Megawatt Jahreskapazität bauen. Die Technik verbindet Brennstoffzelle, Energiespeicherung und CO₂-Abscheidung.

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Industrielle Anlage als Symbol für die Produktion neuer Energietechnik

175 Millionen Dollar für die Industrialisierung

Das bayerische -Unternehmen Reverion hat eine Series-B-Finanzierung über 175 Millionen Dollar abgeschlossen. Mit dem Kapital soll vor allem eine neue Produktionsstätte in Deutschland entstehen, die die Fertigungskapazität auf 250 Megawatt pro Jahr erhöhen soll.

Reverion entwickelt reversible Festoxid-Brennstoffzellensysteme. Im normalen Betrieb wandeln sie gasförmige Energieträger elektrochemisch in Strom um. Im umgekehrten Betrieb können sie überschüssigen Strom per Elektrolyse wieder in speicherbare Gase umwandeln.

Eine Anlage für Erzeugung und Speicherung

Dieser bidirektionale Ansatz ist technologisch interessant, weil Erzeugung und Speicherung in derselben Anlagenarchitektur zusammenkommen. Das System kann Strom liefern, wenn erneuerbare Erzeugung nicht ausreicht, und bei Überschuss Energie in chemischer Form speichern.

Das Unternehmen gibt für seine ersten Anlagen eine elektrische Effizienz von 74,2 Prozent an. Diese Zahl stammt von Reverion selbst und wurde nach Unternehmensangaben im laufenden Kundenbetrieb gemessen. Bei Nutzung von Biogas kann das System das entstehende biogene CO₂ in konzentrierter Form abscheiden; dadurch ist nach Darstellung des Unternehmens sogar ein CO₂-negativer Betrieb möglich.

Rechenzentren werden zum neuen Zielmarkt

Ein neuer Markt entsteht laut Reverion bei Rechenzentren. Dort wächst der Strombedarf schnell, während Netzanschlüsse vielerorts zum Engpass werden. Dezentrale, steuerbare Stromerzeugung kann für solche Standorte deshalb interessant sein, wenn sie zuverlässig und mit niedriger Klimawirkung betrieben werden kann.

Die Finanzierung soll die Produktion verzehnfachen. Reverion spricht von einer kommerziellen Projektpipeline von mehr als zwei Milliarden Dollar und plant an der neuen deutschen Produktionsstätte bis zu 800 zusätzliche Stellen.

Der schwierige Schritt vom Deeptech zur Serie

Für den deutschen Deeptech-Sektor ist die Runde vor allem deshalb bemerkenswert, weil hier nicht nur Software skaliert wird. Reverion muss eine komplexe physische Technologie industrialisieren: Fertigung, Komponenten, Wirkungsgrad, Wartung und Finanzierung müssen gleichzeitig funktionieren. Genau dieser Übergang von Forschung und Vorserie zur Serienproduktion ist für viele europäische Deeptech-Unternehmen die schwierigste Phase.

QuelleReverion ↗Veröffentlicht am 2026-09-29
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