Starkes Quartal, höhere Prognose
ASML hat seine Umsatzprognose für 2026 auf 43 bis 45 Milliarden Euro angehoben. Der niederländische Hersteller von Lithografieanlagen begründet den Schritt mit einem starken zweiten Quartal. In den drei Monaten erzielte das Unternehmen einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro. Die Bruttomarge betrug 54 Prozent.
Die neue Prognose markiert eine konkrete Veränderung gegenüber dem bisherigen Ausblick: ASML rechnet nun für das Gesamtjahr mit einem Umsatz innerhalb einer Spanne, deren Obergrenze bei 45 Milliarden Euro liegt. Wie hoch der Umsatz tatsächlich ausfallen wird, lässt sich aus der Prognose nicht ablesen. Sie gibt eine Bandbreite vor, keinen feststehenden Jahreswert.
Auch die Zahlen des zweiten Quartals zeigen unterschiedliche Größenordnungen: Der Nettogewinn lag bei knapp einem Drittel des Nettoumsatzes. Die Bruttomarge von 54 Prozent beschreibt den Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der Herstellungskosten verbleibt. Sie ist nicht mit der Nettogewinnquote gleichzusetzen, weil diese weitere Kosten und Effekte berücksichtigt.
Der nächste Quartalsausblick liegt höher
Für das dritte Quartal stellt ASML einen Umsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro in Aussicht. Damit liegt selbst die Untergrenze des erwarteten Quartalsumsatzes über den 9,3 Milliarden Euro aus dem zweiten Quartal. Der Vergleich macht deutlich, dass das Unternehmen für die nächsten drei Monate mit einer höheren Umsatzgröße plant. Er belegt für sich genommen jedoch nicht, wie sich der Umsatz über das gesamte Jahr verteilt oder welche einzelnen Faktoren den Anstieg tragen.
Der Quartalsausblick ist eine Prognose und kein bereits erzieltes Ergebnis. Die tatsächlichen Zahlen für das dritte Quartal stehen damit noch aus. Zusammen mit der angehobenen Jahresprognose signalisiert die Erwartung, dass ASML für 2026 insgesamt mit einem höheren Geschäftsvolumen rechnet als zuvor. Die veröffentlichten Kennzahlen liefern allerdings keine Aufschlüsselung danach, welche Produkte, Kunden oder Regionen dafür ausschlaggebend sind.
Anlagen für moderne Chipfertigung
ASML stellt Lithografieanlagen her, die für die Fertigung moderner Chips benötigt werden. Die Umsatzentwicklung des Unternehmens ist deshalb ein relevanter Hinweis auf die Nachfrage nach entsprechender Fertigungstechnik. Die vorliegenden Zahlen sprechen für anhaltend hohe Nachfrage nach Anlagen dieser Art. Sie erlauben aber keine Aussage darüber, wie sich die Nachfrage nach einzelnen Chiptypen oder in bestimmten Märkten entwickelt.
Einen direkten Deutschlandbezug gibt es nicht. Als europäischer Schlüsselzulieferer der internationalen Halbleiterindustrie ist ASML dennoch für die technologische Wettbewerbsfähigkeit Europas relevant. Die angehobene Prognose zeigt, dass das Unternehmen für 2026 mit einem größeren Umsatz rechnet. Ob daraus auch längerfristige Veränderungen für die europäische Industrie folgen, lässt sich aus den Quartalszahlen und dem Ausblick allein nicht ableiten.
