Der Überblick/Technologie

TSMC steigert Quartalsgewinn um 77 Prozent

Der Umsatz des Auftragsfertigers legte im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 40,20 Milliarden US-Dollar zu. Für das dritte Quartal stellt TSMC weitere Zuwächse in Aussicht; fortschrittliche Fertigungstechnologien prägen bereits einen großen Teil des Geschäfts.

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Symbolbild: moderne Mikroelektronik und Technologie

Umsatz und Gewinn steigen deutlich

TSMC hat im zweiten Quartal 40,20 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Das waren 36 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn wuchs noch stärker: Er erhöhte sich um 77,4 Prozent auf 706,56 Milliarden Taiwan-Dollar.

Die beiden Kennzahlen zeigen eine kräftige Ausweitung des Geschäfts. Der Gewinn nahm schneller zu als der Umsatz. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich jedoch nicht ablesen, welche einzelnen Faktoren den Unterschied verursacht haben. Eine Aufschlüsselung etwa nach Produktgruppen oder Kosten liegt in den gelieferten Informationen nicht vor.

TSMC ist der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter. Das Unternehmen produziert Chips für andere Firmen. Seine Quartalszahlen geben deshalb Hinweise darauf, wie sich die Nachfrage nach Fertigungskapazität entwickelt. Sie sind nicht gleichbedeutend mit einem vollständigen Bild des gesamten Halbleitermarkts.

Fortschrittliche Fertigung hat hohes Gewicht

Fertigungstechnologien mit Strukturbreiten von sieben Nanometern und darunter standen für 77 Prozent des Waferumsatzes. Damit entfiel ein großer Teil des Umsatzes mit Wafern auf fortschrittliche Technologien. Die Zahl beschreibt den Anteil am Waferumsatz, nicht den Anteil am gesamten Konzernumsatz oder an TSMCs Gewinn.

Der hohe Anteil ist relevant für die Einordnung der Ergebnisse: TSMCs Wachstum findet nicht nur in einem Geschäft mit älteren Fertigungsstufen statt. Die Angaben belegen allerdings nicht, welcher Anteil der Umsätze mit diesen Technologien konkret auf KI-Chips entfällt. Auch eine gesonderte Umsatz- oder Gewinnzahl für KI-Chips ist nicht ausgewiesen.

Der Zusammenhang mit der Nachfrage nach KI-Chips ist daher vor allem als Gradmesser zu verstehen. Wenn ein großer Auftragsfertiger mehr Umsatz erzielt und zugleich einen hohen Anteil fortschrittlicher Fertigung meldet, ist das für die Halbleiter-Wertschöpfungskette relevant. Die vorliegenden Zahlen erlauben aber keine genaue Trennung zwischen KI-Nachfrage und anderen Anwendungen.

Ausblick setzt die Messlatte höher

Für das dritte Quartal erwartet TSMC einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden US-Dollar. Selbst am unteren Ende läge die Spanne über den 40,20 Milliarden US-Dollar des zweiten Quartals. Rechnerisch entspricht das einem Anstieg von rund 11 bis 14 Prozent gegenüber dem zuletzt gemeldeten Umsatz. Es handelt sich um eine Prognose, nicht um bereits erzielte Einnahmen.

Der Ausblick ergänzt damit die starken Vorjahresvergleiche um eine kurzfristige Erwartung weiterer Umsatzzuwächse. Für Investoren und Unternehmen entlang der Halbleiter-Wertschöpfungskette ist er ein Hinweis darauf, welche Nachfrage TSMC in den kommenden Monaten erwartet. Ob der Umsatz tatsächlich innerhalb der Spanne liegt, lässt sich erst mit den später veröffentlichten Quartalszahlen beurteilen.

Einen unmittelbaren Deutschlandbezug haben die Ergebnisse nicht. Als globaler Schlüsselanbieter liefert TSMC jedoch einen Anhaltspunkt für Investitionen und Nachfrage in der internationalen Halbleiterindustrie. Die Zahlen sprechen für eine starke Geschäftsentwicklung des Unternehmens; wie viel davon auf KI-Chips zurückgeht, bleibt anhand der veröffentlichten Angaben offen.

QuelleTSMC / US-Börsenaufsicht SEC ↗Veröffentlicht am 2026-07-16
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