Aus Rechenleistung wird eine Infrastrukturfrage
Die EU-Kommission schlägt ein gemeinsames Bewertungssystem für Rechenzentren vor. Betreiber von Anlagen ab 500 Kilowatt sollen künftig offenlegen, wie effizient sie Energie und Wasser nutzen. Hinzu kommen Angaben dazu, wie der Wasserverbrauch mit der lokalen Wasserknappheit zusammenhängt.
Auch die Einbindung in das Energiesystem soll sichtbar werden. Dazu zählt etwa, ob ein Rechenzentrum Abwärme bereitstellen oder andere netzdienliche Leistungen erbringen kann.
Der Strombedarf wächst mit dem Ausbau von KI
Rechenzentren stehen nach Angaben der EU derzeit für rund 2,5 Prozent des europäischen Stromverbrauchs. Gleichzeitig soll die verfügbare Kapazität von etwa zwölf Gigawatt im Jahr 2025 auf 28 Gigawatt bis 2030 steigen.
Ein großer Teil dieses Wachstums kommt aus KI-Anwendungen. Trainings- und Inferenzsysteme benötigen nicht nur viele Chips, sondern auch dauerhaft große Mengen Strom, Kühlung und Netzanschlüsse. Gerade an etablierten Standorten wie Frankfurt, Amsterdam oder Dublin werden diese Ressourcen zunehmend knapp.
Das Label ist zunächst Transparenz, könnte aber der erste Schritt zu Standards sein
Die vorgeschlagenen Regeln setzen zunächst keine Obergrenzen für Strom- oder Wasserverbrauch. Auch der absolute Stromverbrauch soll nicht zwingend veröffentlicht werden. Stattdessen soll ein vergleichbares Effizienzlabel entstehen.
Die Kommission arbeitet jedoch bereits an möglichen Mindeststandards. Damit könnte aus dem Transparenzinstrument später eine verbindlichere Regulierung werden. Für Betreiber wird Energieeffizienz dadurch neben Grundstück, Netzanschluss und Chipverfügbarkeit zu einem noch wichtigeren Standortfaktor.

