Der Überblick/Wirtschaft

Siemens investiert 300 Millionen Euro in Schaltanlagen für Rechenzentren

Frankfurt wird erweitert, in Offenbach entsteht ein Zulieferwerk. Siemens baut damit die Fertigung von Energieverteilungstechnik aus, die vor allem in Rechenzentren, E-Mobilität und automatisierter Industrie eingesetzt wird.

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Schwarz-weiße Luftaufnahme von Frankfurt am Main, die die städtische Architektur zeigt.

Frankfurt wächst, Offenbach kommt dazu

Siemens baut seine Fertigung von Schaltanlagen im Rhein-Main-Gebiet aus und investiert dafür 300 Millionen Euro. Die beiden bestehenden Werke in Frankfurt am Main werden erweitert, sechs Kilometer entfernt entsteht in Offenbach ein neues Zulieferwerk. Die Bauarbeiten begannen laut Siemens im Juli 2026; in Offenbach soll die Produktion im Frühjahr 2027 anlaufen.

Bis 2030 sollen an den drei Standorten bis zu 700 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Siemens plant Stellen in Fertigung, Logistik und Verwaltung. In Frankfurt soll außerdem bis Oktober 2027 eine weitere Halle entstehen, um die Kapazitäten für Schaltanlagen zu erhöhen.

Warum ausgerechnet Schaltanlagen

Schaltanlagen sind vereinfacht gesagt die Verteilzentralen großer elektrischer Systeme: Sie sorgen dafür, dass Strom in Fabriken oder Rechenzentren an die richtigen Verbraucher gelangt und kontrolliert geschaltet werden kann. Genau diese Technik wird wichtiger, wenn neue Rechenzentren entstehen, Fabriken stärker elektrifiziert werden oder mehr Infrastruktur für E-Mobilität aufgebaut wird.

Siemens verweist dabei besonders auf die Nachfrage aus dem Rechenzentrumsgeschäft. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte Smart Infrastructure dort einen Rekord-Auftragswert von 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz mit diesen Technologien stieg im ersten Halbjahr 2026 um mehr als 45 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Teil eines größeren Kapazitätsausbaus

Die deutsche Investition steht nicht allein. Bereits im März 2026 hatte Siemens 165 Millionen US-Dollar für Werke in den USA angekündigt, ebenfalls mit Blick auf das Wachstum von KI und Rechenzentren. In Deutschland soll der zusätzliche Platz in Offenbach unter anderem Vorfertigung aus Frankfurt aufnehmen.

Siemens kündigte das Vorhaben bereits am 1. Juli 2026 an. Der Ausbau ist damit kein neuer Beschluss vom 29. September, sondern ein bereits laufendes Industrieprojekt, das zeigt, wie der wachsende Strombedarf digitaler Infrastruktur konkrete Fertigungskapazitäten in Deutschland verändert.

QuelleSiemens ↗Veröffentlicht am 2026-07-01
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