Die Lücke wird kleiner, verschwindet aber nicht
In Deutschland fehlen nach der aktuellen Bitkom-Erhebung rund 79.000 IT-Fachkräfte. Damit hat sich die Zahl der offenen IT-Stellen gegenüber 2023 deutlich reduziert: Damals wurden noch 149.000 unbesetzte Stellen gezählt, 2025 waren es 109.000.
Der Rückgang lässt sich nicht automatisch als Entspannung des strukturellen Fachkräfteproblems lesen. Eine schwächere Konjunktur kann die Zahl offener Stellen ebenfalls reduzieren. Gleichzeitig sagen weiterhin 78 Prozent der Unternehmen, dass ein Mangel an IT-Fachkräften besteht.
Besetzen bleibt für fast alle schwierig
97 Prozent der Unternehmen berichten laut Bitkom von Problemen bei der Besetzung offener IT-Stellen. Damit ist nicht nur die absolute Zahl der Vakanzen relevant, sondern auch die Zeit und der Aufwand, die Unternehmen für geeignete Bewerberinnen und Bewerber benötigen.
Besonders anspruchsvoll ist die Situation in Bereichen, in denen technische Erfahrung und spezialisiertes Fachwissen zusammenkommen – etwa bei Cloud-Infrastruktur, Cybersecurity, Datenplattformen oder der Integration von KI in bestehende Unternehmenssysteme.
KI verändert den Bedarf, ersetzt ihn aber nicht einfach
Neue KI-Werkzeuge können Entwicklungsarbeit beschleunigen und Routineaufgaben automatisieren. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Personen, die diese Werkzeuge auswählen, kontrollieren und in komplexe IT-Landschaften integrieren.
Für viele Unternehmen dürfte sich das Kompetenzprofil deshalb verschieben: Weniger entscheidend wird die reine Ausführung einzelner Standardaufgaben, wichtiger werden Architekturverständnis, Datenkompetenz, Sicherheit und die Fähigkeit, technische Systeme mit Geschäftsprozessen zu verbinden.

