Was Fraunhofer jetzt anbietet
Fraunhofer macht mit dem eine Sicherheitsplattform lizenzierbar, die Unternehmen direkt in eigene Chips integrieren können. Vereinfacht gesagt handelt es sich um einen besonders geschützten Bereich im Chip, der sensible Aufgaben übernimmt: Er verwaltet kryptografische Schlüssel, prüft beim Start die Software, bestätigt die Identität eines Geräts und kann Firmware-Updates absichern.
Neu ist vor allem der Schritt von der Forschung in die Nutzung durch andere Entwickler. Der Silizium-Prototyp hat laut Fraunhofer die funktionale Validierung bestanden. Die Plattform wird nun als lizenzierbares geistiges Eigentum angeboten, entweder als komplette Lösung oder in einzelnen Bausteinen. Fraunhofer bietet zusätzlich Unterstützung bei Integration und gemeinsamer Weiterentwicklung.
SoC, ASIC und Chiplet einfach erklärt
Die Plattform richtet sich an Entwickler sogenannter , und . Ein SoC bündelt viele Funktionen eines Computers auf einem einzigen Chip. Ein ASIC wird gezielt für eine bestimmte Aufgabe entwickelt. Chiplets sind kleinere Chip-Bausteine, die zu einem größeren System kombiniert werden. In allen drei Fällen kann der Fraunhofer-Sicherheitsbaustein direkt Teil des Chipdesigns werden.
Das ist relevant, weil Sicherheitsfunktionen dadurch nicht erst über zusätzliche Komponenten auf einer Platine ergänzt werden müssen. Fraunhofer nennt eine kleinere externe Angriffsfläche, weniger Bauteile und die Möglichkeit, Sicherheitsfunktionen gezielt an Leistung, Chipfläche und Stromverbrauch anzupassen.
Für Industrie, Medizintechnik und vernetzte Geräte
Technisch basiert die Plattform auf OpenTitan und einer RISC-V-Architektur. Sie unterstützt klassische sowie Post-Quantum-Kryptografie, also Verfahren, die auch gegen künftige Angriffe mit leistungsfähigen Quantencomputern ausgelegt werden. Gefertigt wurde der Prototyp mit GlobalFoundries' 22-Nanometer--Technologie in Dresden.
Als Einsatzfelder nennt Fraunhofer unter anderem Industrieautomation, Medizintechnik, Kommunikation, Energieinfrastruktur, IoT und . Für Unternehmen kann die Plattform vor allem dann interessant sein, wenn sie eigene Chips entwickeln, aber nicht jede Sicherheitsfunktion von Grund auf selbst entwerfen wollen. Fraunhofer erwartet dadurch kürzere Entwicklungszeiten und geringere technische Risiken und verweist zudem auf Anforderungen wie den europäischen Cyber Resilience Act.

